Unabhängig und sicher mit erneuerbaren Energien
Der Krieg von USA und Israel gegen das Mullah-Regime im Iran führt unsere Abhängigkeit von den fossilen Energieträgern in aller Deutlichkeit vor Augen. Die Blockade in der Seestrasse von Hormus hat die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben: Ein Liter Diesel kostete Ende März über 2.15 Franken [Inzwischen bis zu 2.30 Franken]. Und der Preis für 100 Liter Heizöl ist von 90 auf 150 Franken emporgeschnellt, um fast 60 Prozent in 30 Tagen.
Erdöl und Erdgas sind grosse Unsicherheitsfaktoren geworden
Die Welt brennt, und die Menschen zahlen – auch abseits des Kriegsgeschehens. Der Krieg in Iran, so der Tages-Anzeiger, koste jeden Schweizer Haushalt durchschnittlich 1700 Franken mehr pro Jahr, und dies genau für jene fossilen Energieträger, um die Kriege geführt werden.
Erdöl und Erdgas sind zu grossen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Unsicherheitsfaktoren geworden. Sie machen uns politisch und finanziell abhängig, und global gesehen sind sie ein sicherheitspolitisches Risiko.
Des Erdölzeitalter ist vorbei
Dabei gibt es hierzulande kaum einen Grund mehr, um mit Öl zu heizen oder mit einem Verbrenner-Auto herumzufahren. Die alternativen Techniken sind da und sie sind günstiger: Die Lebenszykluskosten von Wärmepumpen sind praktisch immer tiefer als bei Öl- und Gasheizungen. Und Elektrowagen fahren nach spätestens 7 Jahren günstiger als ein Verbrenner der gleichen Klasse.
Das Erdölzeitalter ist vorbei – auf jeden Fall in grossen Teilen Europas. Wir haben den Punkt erreicht, wo der Ausstieg aus Öl und Gas zu tieferen Lebenshaltungskosten führt. Zugleich steigt damit die Lebensqualität, durch saubere Luft und weniger Lärm. Der Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion macht uns als Gesellschaft unabhängiger, sprich: Freiheit und Sicherheit nehmen zu.
AKW gehören zum Rückzugsgefecht der Erdöl-Lobby
Eigentlich liegt das alles auf der Hand. Doch bürgerliche und konservative Kreise führen gegenwärtig ein schädliches fossiles Rückzugsgefecht. Denn je langsamer die Energiewende umgesetzt wird, desto länger sind Öl-Profite möglich und desto länger zahlt die Bevölkerung den Preis für dreckige und teure Energie.
Die Debatte um neue AKW ist Teil dieses Rückzugsgefechts. Sie gaukelt vor, dass die Energieversorgung künftig auf Atomkraft angewiesen wäre. Doch niemand glaubt an ein neues AKW vor 2050. SVP und FDP führen die Schweiz energiepolitisch in die Irre: Zum einen bremsen sie den Ausbau der Erneuerbaren, der wegen des künftigen Energiebedarfs jetzt unbedingt stattfinden muss. Zum andern wollen sie zurück zu einer teuren und zentralistischen Energieversorgung – statt vorwärts zu einer modernen und dezentralen Energielandschaft. FDP und SVP politisieren am Portemonnaie der Bevölkerung und an der Umwelt vorbei.
Mehr Lebensqualität, weniger Lebenshaltungskosten mit Erneuerbaren
Dabei bildet die Energiewende eine Modernisierungschance für die ganze Schweiz. Sie ist ein Grundpfeiler für eine fortschrittliche Gesellschaft und Wirtschaft. Der Ausbau der Stromproduktion aus Wasser, Sonne und Wind – gekoppelt an eine gute europäische Vernetzung – macht uns unabhängig und energiepolitisch resilient.
So handeln wir für die ganze Bevölkerung statt für die Profite einiger Öl-Importeure. Energiewende, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gehen Hand in Hand. Der Ausstieg aus Erdöl und Erdgas macht das Leben günstiger, senkt Treibhausgasemissionen und verschafft uns Lebensqualität und Zukunftsperspektiven.
Erschienen in der P.S.-Zeitung (27.03.26)
Bild: Photovoltaik-Dach auf dem „Speicher“ der Oberen Mühle in Dübendorf (ZH)